Husarenstück beim Vizemeister

Der stark ersatzgeschwächte TV Gladbeck gewinnt überraschend beim VfL Oythe. Giants liegen bereits mit 0:2-Sätzen zurück

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Nachwuchsspielerin Johanna Pennekamp hatte mit starken Ausfschlägen wesentlichen Anteil daran, dass die Giants des TV Gladbeck die Partie bei Zweitliga-Vizemeister VfLOythe mit 3:2 gewinnen konnten. Foto: Susanne Schürkamp

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VfL Oythe - TV Gladbeck Giants -- 2:3 (25:15, 25:19, 20:25, 22:25, 15:17)

Frauenvolleyball-Zweitligist TV Gladbeck gewann beim VfL Oythe mit 3:2. Dabei drehten die Giants einen 0:2-Rückstand und verbuchten dank des achten Saisonsieges zwei wertvolle Punkte.

„Oythe ist aktuell nicht unsere Kragenweite.“ Noch vor dem Duell beim Vizemeister der vergangenen Saison hatte TVG-Trainer Til Kittel angesichts der Personallage beim Gladbecker Zweitligisten kleine Brötchen gebacken. Nicht zuletzt, weil neben Sophie Emming kurzfristig in Ex-Nationalspielerin Lisa Thomsen noch eine weitere Schlüsselspielerin krankheitsbedingt passen musste. Es blieb mit Lea Adolph nur eine etatmäßige Libera in dem nur acht Spielerinnen umfassenden Rumpfaufgebot der Giants, das in den Mannschaftsbus nach Oythe stieg.

Pennekamp schlägt stark auf
Und wie schon vor zwei Wochen in heimischer Halle gegen Köln lief bei den Gladbeckerinnen zunächst wenig zusammen. „Wir haben wenig getroffen, hatten viele Probleme und nicht zuletzt hat man auch die Klasse der Mannschaft des VfL Oythe gesehen“, so Til Kittel zu den ersten beiden Durchgängen, die mit 25:15 und 25:19 deutlich an die Gastgeberinnen gingen. Nach einer Dreiviertelstunde deutete vieles darauf hin, dass der Ausflug nach Niedersachsen wohl eher eine Stippvisite sein würde.

Doch wie so häufig im Sport: Mit der vermeintlich komfortablen Führung im Rücken schlichen sich im Oyther Spiel Nachlässigkeiten ein. Die Giants waren zur Stelle, nutzten ihre Chance und verkürzten mit einem verdienten 25:20-Satzerfolg auf 1:2. Mit einem Male war auch der Glaube an die eigene Stärke wieder zu spüren. „Es war vielleicht nicht das höchste Niveau, aber die Mädels haben den Kampf angenommen“, lobte Kittel, der nun Zeuge eines packenden Krimis wurde. Am Ende war es die Qualität im Aufschlag auf Seiten der Gladbeckerinnen, die den Unterschied ausmachte. Insbesondere die erst 18-jährige Johanna Pennekamp erwischte eine glänzende Phase. Sie hatte mit ihren Aufschlagserien erheblichen Anteil am eindrucksvollen Comeback der Giants, die sich den vierten Satz mit 25:22 sichern konnten und schließlich mit einem 17:15 im Tiebreak den 3:2-Erfolg perfekt machten.

„Das sind zwei Punkte, die nicht eingeplant waren. Wir wussten, dass wir Oythe nur über die Annahme gefährlich werden können. Das ist uns in der entscheidenden Phase des Spiels gelungen, weil wir unsere Fehlerquote gesenkt und den Druck hochgehalten haben“, so Kittel.

Mit nun 23 Punkten auf der Habenseite belegen die Giants nach 18 von 24 Spielen den siebten Tabellenplatz.

TV Gladbeck Giants: Röwer, Overländer, Meis, Pennekamp, Windham, Adolph, Kostorz, Friedrich

WAZ - 06.02.2017, Henning Wiegert