Diesmal sind die Giants der Favorit

Am Sonntag gastiert der abstiegsbedrohte RC Sorpesee in der Artur-Schirrmacher-Halle. Das Hinspiel ging an Gladbeck

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Im Heimspiel gegen den RC Sorpesee sieht Giants-Coach Til Kittel viel Arbeit auf seinen Block zukommen. Foto: Oliver Mengedoht

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Die Volleyballerinnen des TV Gladbeck empfangen am Sonntag um 16 Uhr in der zweiten Bundesliga den Ruderclub Sorpesee. Die Gäste aus dem Sauerland befinden sich mitten im Abstiegskampf. In der heimischen Artur-Schirrmacher-Halle sind die Giants diesmal also der Favorit.

Berlin, Hamburg, Köln und Oythe hießen die Gegner des TV Gladbeck seit Jahresbeginn. Stets konnten sich die Giants – insbesondere mit Blick auf die angespannte personelle Situation – in der Rolle des Außenseiters verkriechen. In Anbetracht dessen fällt die bisherige Jahresbilanz mit zwei Siegen und zwei Niederlagen durchaus positiv aus. Wenn am Sonntag der RC Sorpesee zu Gast ist, ist die Rollenverteilung allerdings eine andere.

Der Kontrahent aus Sundern hat in seinem zweiten Jahr in der zweiten Bundesliga erst vier Siege und zwölf Punkte auf dem eigenen Konto und belegt den ersten Abstiegsplatz. Das rettende Ufer ist schon sieben Zähler entfernt.

Die Begegnung in Gladbeck hat für die Gäste entsprechend bereits einen Endspielcharakter, wobei es an Unterstützung nicht mangeln dürfte. Gleich eine Busladung mit Fans aus dem Sauerland hat sich für das Gastspiel in der Artur-Schirrmacher-Halle angekündigt.

„Die Mannschaft hat dennoch eine klar positive Entwicklung hinter sich“, erinnert sich TVG-Trainer Til Kittel an die Vorsaison des kommenden Gegners, der der zweiten Bundesliga nach nur vier Saisonsiegen nur erhalten blieb, weil sich kein zweiter Aufsteiger fand.

Gemeinsames Trainingslager
Überhaupt kennen sich beide Vereine gut. In der Vorbereitung absolvierte man ein gemeinsames Trainingslager, das Verhältnis ist freundschaftlich. Aufpassen müssen die Gladbecker insbesondere auf Diagonalangreiferin Lena Vedder, die im Saisonverlauf bereits acht MVP-Auszeichnungen erhielt. „Sie ist eine der stärksten Angreiferinnen der Liga“, weiß Kittel, räumt aber auch ein: „Das Spiel ist auf sie zugeschnitten. Das macht den Gegner berechenbar. Bei uns wird es gerade auf den Block ankommen. Mit Blick auf die Tabelle sind wir der Favorit, aber ich erwarte dennoch ein enges Spiel.“

Personell hat sich die Situation auf Seiten des TV Gladbeck etwas entspannt. Ex-Nationalspielerin Lisa Thomsen und Libera Sophie Emming haben ihre Grippeerkrankungen auskuriert und stehen wieder zur Verfügung. Neun Spielerinnen stehen somit im Kader für das so wichtige Heimspiel. „Damit bin ich doch schon zufrieden“, so Kittel, der bei aller freundschaftlicher Verbundenheit zum kommenden Gegner auch betont: „Ich gönne dem RC Sorpesee den Klassenerhalt und noch viele Punkte. Aber nicht am Sonntag.“

WAZ - 11.02.2017, Henning Wiegert