Lisa Thomsen verlässt die Giants

Die 31-jährige Libera hat in Gladbeck ihre Mission erfüllt und kehrt nun in die Erste Liga und zum USC Münster zurück.

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Lisa Thomsen wurde dreimal Deutsche Meisterin und zweimal Pokalsiegerin. Foto: Susanne Schürkamp

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Nach Courtney Windham hat in Lisa Thomsen eine zweite Topspielerin die Giants des TV Gladbeck verlassen. Die 112-malige Nationalspielerin kehrt in die Erste Volleyball-Bundesliga und zum USC Münster zurück.

Im Dezember des vergangenen Jahres hatte sie sich den Blau-Weißen angeschlossen. Die seinerzeit vereinslose Lisa Thomsen wollte den von Verletzungspech gebeutelten Gladbeckern in der Zweiten Bundesliga Nord helfen. Das tat sie dann auch - und zwar vorbildlich. In der neuen Saison wird Thomsen nun aber wieder in der deutschen Eliteliga spielen. Die Libera wird demnächst für den USC Münster auflaufen. Oder besser: wieder für Münster auflaufen.

Thomsen hat bei den Unabhängigen einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Für den USC war die 31-Jährige bereits von 2006 bis 2009 aktiv. Für Münster dürfte aus Sicht der Klasse-Libera nicht zuletzt der Trainer gesprochen haben. Denn unter der Regie des Niederländers Teun Buijs wurde Lisa Thomsen mit dem Schweriner SC zwei Mal Double-Sieger.

Der Coach bescheinigte der Libera übrigens eine gute Verfassung: „Lisa ist in Top-Form“, sagte Buijs nach mehreren Trainingseinheiten in den letzten Tagen in Münster zu den „Westfälischen Nachrichten“. Und weiter: „Sie hat auch in der Zweiten Liga persönlich sehr gut gearbeitet. Lisa ist stark und schnell. Aber das Wichtigste ist der Kopf! Sie ist ungeheuer motiviert.“

Lisa Thomsen sagte über ihr zweites Engagement beim USC: „Das ist schon so, als wenn sich für mich ein Kreis schließt. Zu Münster hatte ich schon als Kind eine spezielle Verbindung, zum Einkaufen oder zum Weihnachtsmarkt waren wir mit unserer Familie immer in Münster. Es ist jetzt für mich, als wenn ich nach Hause komme.“

Meisterin und Pokalsiegerin
Wie in Gladbeck soll Lisa Thomsen nun auch beim USC Münster die Rolle einer Führungsspielerin übernehmen. Für die erfahrene Akteurin ist das überhaupt kein Problem: „Es entspricht meinem Charakter, Verantwortung zu übernehmen. Die Führung auf dem Feld hat mir immer Spaß gemacht, und ich finde es wunderbar, Tipps an junge Spielerinnen weitergeben zu können. Deswegen werde ich auch in Kürze den A-Trainerschein machen!“ 

Mit der Verpflichtung von Lisa Thomsen war dem TV Gladbeck Ende des vergangenen Jahres ein echter Coup geglückt. Schließlich hat die Libera, seit sie ihren Heimatverein VC Marl verlassen hat, für diverse Topklubs im In- und Ausland gespielt. Und das überaus erfolgreich. Lisa Thomsen wurde dreimal Deutsche Meisterin und zweimal Pokalsiegerin. Mit der Nationalmannschaft belegte sie bei der Europameisterschaft 2011 in Serbien und zwei Jahre später in Deutschland und der Schweiz jeweils den zweiten Platz. Außerdem gehörte sie ebenfalls 2013 der DVV-Auswahl an, die die European League gewann.

Vor Lisa Thomsen hatte sich bereits Courtney Windham von den Giants des TV Gladbeck verabschiedet. Die US-amerikanische Mittelangreiferin ist bekanntlich nach Straubing in Bayern umgezogen, wo sie künftig als Lehrerin für Business English ihre Brötchen verdienen wird.

WAZ - 30.05.2017, Thomas Dieckhoff