Giants erleben gerade harte Zeiten

Til Kittel, Trainer des TVG, hat mit einer derart schweren Zweitliga-Saison nicht gerechnet. Rückrunde wird nun auch ein Nervenspiel

Der Trainer des TV Gladbeck glaubt weiter an seine Mannschaft und an den Klassenerhalt. Foto: Oliver Mengedoht

Neun Punkte auf dem Konto, zehn Sätze gewonnen und 29 abgegeben - nach dem letzten Hinrundenspieltag belegen die Giants des TV Gladbeck in der Zweiten Frauenvolleyball-Bundesliga einen Abstiegsplatz. „Ich wusste, dass es in dieser Saison schwer werden würde“, sagt Til Kittel, der Trainer der Blau-Weißen, „aber dass es so schwer werden würde, hätte ich nicht gedacht.“

Mit Schwierigkeiten musste gerechnet werden. Schließlich machte der TV Gladbeck nach der Serie 2016/2017 einen großen personellen Schnitt. Erfahrene, in der Bundesliga erprobte Akteurinnen wie Courtney Windham, Sina Kostorz und Ex-Nationalspielerin Lisa Thomsen kehrten der Konrad-Adenauer-Allee aus verschiedenen Gründen den Rücken. Anders als in den Jahren davor verzichtete der Klub darauf, im Gegenzug bereits ähnlich etablierte Kräfte zu verpflichten. Vielmehr kamen in Hannah Becker, Larissa Janssen, Leonie Thiele, Nele Borkenhagen und Marlena talentierte, aber auch junge und sehr junge Spielerinnen.

Erfolgreicher Saisonstart
Ungeachtet dessen legte der TVG einen richtig guten Saisonstart hin. „Am Anfang“, sagt Kittel mit Blick auf die Partien gegen den VC Allbau Essen (3:1) und SCU Emlichheim (3:1), „haben wir nicht nur gepunktet, sondern auch ordentlich gespielt.“ Insbesondere in der Partie gegen Emlichheim habe seine Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. „Wenn wir immer so aufgetreten wären“, so der Giants-Trainer, „hätten wir bestimmt schon mehr Punkte auf dem Konto.“

Doch nach dem geglückten Saisoneinstieg gingen die Gladbeckerinnen in den nächsten sechs Vergleichen gänzlich leer aus. Vor allem in den Spielelementen Aufschlag und Annahme erwies sich die Mannschaft der Giants dabei häufig als unterlegen. So auch am vergangenen Sonntag im letzten Hinrundenspiel gegen den SV Blau-Weiß Dingden, nach welchem Kittel angesichts von 19 direkten Annahmefehlern seiner Auswahl feststellte: „Wir machen es dem Gegner zu einfach.“

Zwölf Spiele bleiben den Giants noch, um den zweiten Abstieg aus der Zweiten Liga zu vermeiden. Dass in Zuspielerin Anne Paß infolge einer Fußverletzung eine erfahrene Akteurin erst einmal ausfällt, macht die Sache ganz bestimmt nicht leichter. Wird der TVG reagieren und noch eine Spielerin verpflichten, um den Ausfall von Paß zu kompensieren? Wohl eher nicht. Am vergangenen Sonntag kamen auf der Zuspielposition Nele Borkenhagen und Steffi Krefting zum Zuge. Letztgenannte spielt seit 2012 in der Zweitvertretung, bringt aber Zweitliga-Erfahrung mit.

Auf den TV Gladbeck kommen in den nächsten Wochen knifflige Aufgaben zu. Am Samstag, 13. Januar, stellt sich der VC Allbau Essen zum Derby und Kellerduell in der Artur-Schirrmacher-Halle vor, eine Woche später geht’s zum SCU Emlichheim. In diesen Vergleichen müssen die Giants eigentlich schon punkten. Der Druck steigt, die Rückrunde, sie wird bestimmt auch ein Nervenspiel. Stellt sich die Frage, ob die vielen Jungen im Aufgebot der Blau-Weißen dieser psychischen Belastung standhalten können? „Das“, mutmaßt Til Kittel, „ist vermutlich individuell unterschiedlich.“

Der Trainer des TV Gladbeck glaubt weiter an seine Mannschaft und an den Klassenerhalt. „Das Gute ist“, sagt Kittel, „dass es in dieser Zweiten Liga keine unschlagbaren Gegner gibt. Wir werden also genügend Chancen haben, um unten wieder rauszukommen.“

WAZ - 09.01.2018, Thomas Dieckhoff


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